„Der Handel mit Reptilien und die Schattenseiten des Geschäfts, die Monsters auf God dokumentiert, sind kein fernes Problem. Deutschland ist Teil dieses Systems“, sagt Patrick Boncourt, Fachreferent für exotische Wildtiere beim Deutschen Tierschutzbund. „Wildtiere werden legal und illegal gehandelt, häufig unter Bedingungen, die enormes Tierleid verursachen.“
Auch in den Auswertungen des Deutschen Tierschutzbundes zum illegalen Heimtierhandel tauchen immer wieder Fälle von geschmuggelten Reptilien auf – darunter Kobras, Pythons, Riesenschlangen, Chamäleons und sogar ein Mississippi-Alligator. Die beschlagnahmten oder ausgesetzten Tiere landen häufig in Tierheimen oder spezialisierten Auffangstationen, die seit Jahren an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.
Der Deutsche Tierschutzbund fordert deshalb die Einführung einer bundesweiten Positivliste für Heimtiere. Diese soll wissenschaftlich festlegen, welche Tierarten überhaupt für die private Haltung geeignet sind. So könnten Tierleid, Artenschutzprobleme sowie Gesundheits- und Sicherheitsrisiken wirksam und präventiv reduziert werden. „Wildtiere sind keine Haustiere. Sie gehören nicht in ungeschulte Hände, sondern in ihre natürlichen Lebensräume. Die Dokumentation sollte ein Weckruf sein, endlich auch in Deutschland die notwendigen Konsequenzen zu ziehen“, so Boncourt.
Der Deutsche Tierschutzbund betreibt in seinem Tierschutzzentrum Weidefeld seit 2016 ein Reptilienhaus. Es beherbergt durchschnittlich 170 Tiere und entstand aufgrund des akuten Bedarfs zur Unterbringung abgegebener und beschlagnahmter Reptilien - zur Entlastung der Tierheime. Im Tierschutzzentrum Weidefeld können die Reptilien auf 400 Quadratmetern ihren Bedürfnissen nachgehen. Die Tiere leben in großen Terrarien, Teichanlagen mit Innen- und Außenbereichen sowie einer Freianlage.
