„Der aktuelle Tollwutfall ist ein dringender Weckruf“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Die Gefahr durch illegale und unseriöse Tierimporte ist keine theoretische, sondern eine sehr reale Bedrohung für die Gesundheit von Mensch und Tier. Gleichzeitig sehen sich die ohnehin schon überlasteten Tierheime mit beschlagnahmten Tieren aus illegalem Handel und Tieren aus unseriösem Auslandstierschutz konfrontiert. Deutschland darf sich nicht auf bestehenden Regularien ausruhen. Die Bundesregierung muss entschlossen und zeitnah handeln.“
Der Deutsche Tierschutzbund fordert unter anderem eine strikte Regulierung des Onlinehandels mit Tieren, eine Sachkundepflicht für private Tierhalter, weitere Importregelungen und eine sofortige Bereitstellung von zusätzlichen Geldern für die Tierheime. Der Verband plädiert zudem dafür, die Arbeit des von der vorherigen Bundestierschutzbeauftragten initiierten Runden Tisches zur Lage der Tierheime wieder aufzunehmen.
Probleme durch illegalen Tierhandel und unseriöse Vermittlungspraxis
Hunde und Katzen aus Vermehrerzuchten im Ausland werden häufig viel zu jung und ohne die erforderlichen Impfungen und Papiere importiert. Die meist kranken Welpen werden nach einer Beschlagnahmung durch die Behörden auf deutsche Tierheime verteilt. Auch Tiere, die durch unseriös arbeitende Vereine aus dem Ausland nach Deutschland gebracht und unmittelbar an ihre neuen Halter übergeben werden, werden häufig zur Belastung für die hiesigen Tierheime: Wenn keine Quarantäne stattfindet und sich Tier und Mensch vorab nicht kennenlernen können, entpuppen sich manche Tiere nach der Vermittlung als krank oder zeigen unerwünschtes Verhalten. Wenn sich die vermittelnden Vereine dann ihrer Verantwortung entziehen, sind Tierheime die einzigen Anlaufstellen, die sich der Tiere annehmen.
Den Brief mit den zentralen Forderungen des Deutschen Tierschutzbundes finden Sie hier.
