„Wir sind unglaublich erleichtert und froh, dass alles geklappt hat und die Bären wohlbehalten bei uns angekommen sind“, so Patrick Boncourt, Fachreferent für Bären im Tierschutzzentrum Weidefeld des Deutschen Tierschutzbundes. „Die Fahrt durch ein von Krieg betroffenes Land ist immer mit unkalkulierbaren Risiken verbunden. Unseren Partnern in der Ukraine und unserem niederländischen Transportunternehmen sind wir für ihren mutigen Einsatz sehr dankbar – genauso wie den deutschen Veterinärbehörden, die uns bei dem großen Papieraufwand unterstützt haben. Insbesondere die bürokratischen Herausforderungen haben uns bis zum Schluss bangen lassen und der erfolgreiche Grenzübertritt stand auf Messers Schneide. Umso mehr freuen wir uns, dass Myhasyk und Luba jetzt in ihrem neuen Zuhause angekommen sind!“
Bären stammen aus schlechter Haltung
Myhasyk ist ein ehemaliger Fotomotiv-Bär, Luba eine ehemalige Zirkusbärin. Die Bären lebten jeweils jahrelang in winzigen Käfigen, was ihnen körperlich und seelisch zugesetzt hat. Beide Bären benötigen eine dauerhafte medizinische Betreuung, die das Tierschutzzentrum in Weidefeld besser leisten kann als die ukrainische Partnereinrichtung nahe Kyiw, in der die Wildtiere zuletzt lebten und umsorgt wurden. Aus dem White Rock Bear Shelter, die von der Tierschutzorganisation Save Wild betrieben wird, hatte der Deutsche Tierschutzbund 2022 bereits die Kragenbärin Malvina übernommen . Durch die erneute Übernahme zweier Tiere ist dort nun wieder Platz für kurzfristige Beschlagnahmungen im Land. Der Bärenumzug war seit November vergangenen Jahres vorbereitet worden und am Mittwochmorgen gestartet.
Bärenprojekt lebt durch Unterstützung
Das naturnahe, weitläufige Bärengehege auf dem Gelände seines Tierschutzzentrums betreibt der Deutsche Tierschutzbund seit 2019. Es umfasst rund zwei Hektar Fläche mit Badeseen, Höhlen für die Winterruhe und dichter Vegetation zum Zurückziehen und Verstecken. Mit Myhasyk und Luba leben hier nun insgesamt vier Braun- und drei Kragenbären, die ebenfalls aus schlechter Haltung stammen. Eine Zusammenführung mit den anderen Braunbären wird im nächsten Frühjahr nach der Winterruhe der Tiere geprüft. Für das Bärenprojekt sind die Tierschützer auf die Unterstützung tierlieber Menschen angewiesen, die für das Tierschutzzentrum spenden oder eine Patenschaft für die Bären übernehmen. Mehr Informationen dazu erhalten Interessierte unter www.tierschutzbund.de/patentiere-baeren
